Die Vereinsamung in Deutschland nimmt zu. Handelt es sich dabei um ein Versagen des Kapitalismus? Der Sozialstaat zersetzt soziale Bindungen, unzählige Menschen werden die soziale Kälte des Wohlfahrtsstaates in Altenheimen erleben müssen. Mit „Katallaxie“ beschrieb Hayek die Kultivierung sozialer Bindungen im Kapitalismus. Der Kampf gegen Vereinsamung muss beim Wohlfahrtsstaat anfangen.
Vereinsamung in Deutschland – Versagen des Kapitalismus?
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Gott will, dass der Mensch
nicht allein ist |
Heute können wir uns über Internet, soziale Netzwerke und Handys intensiver austauschen als jemals zuvor. Wir können Kontakte zu Jugendfreunde, Kommilitonen und Verwandten global pflegen und ausbauen. Doch diese Kontakte sind oft sehr oberflächlich. Totz mehrerer hundert Facebook-Freunde können wir einsam sein. Wenn wir nicht einsam sein wollen, brauchen wir nicht nur Informationen über Menschen, sondern belastbare soziale Bindungen. Wir brauchen nicht nur Menschen, die uns zuhören und verstehen, sondern auch solche, denen wir etwas wert sind, die letztlich auch Opfer für uns bringen. Und solche festen, sozialen Strukturen werden seltener, die Deutschen vereinsamen regelrecht. So lebt in unserem Land schon jeder Fünfte allein, noch nie waren es mehr als heute. Seit 1970 ist der Anteil der Ein-Personen-Haushalte von 26% auf rund 40% gewachsen. Auch hat sich der Anteil der Ehescheidungen seit 1970 fast verdreifacht. In der EU leben nur die Schweden noch vereinsamter als wir.