Immer weniger Menschen leben in Familien. Früher war Familie der Ort sozialer Sicherheit, diese Funktion hat der Wohlfahrtsstaat eingenommen. Durch Verschuldung und demographischen Wandel wird der Staat zunehmend handlungsunfähgig. Der Weg zu einem nachhaltigen Staat führt nur über die Stärkung der Familie.
Noch im Jahr 1996 lebten 57 Prozent der Deutschen in Familien. Im Jahr 2011 waren es nicht mal mehr die Hälfte (49 Prozent). Das teilte das Statistische Bundesamt anläßlich des Familientages am 15. Mai 2013 mit. Besonders dramatisch fiel der Rückgang in diesen 15 Jahren in Ostdeutschland aus (-15 Prozentpunkte), aber auch im Westen schreitet die Vereinsamung voran (-5 Prozentpunkte).
Die Bedeutung von Familie und Ehen in der Gesellschaft nimmt ab. Ein Grund ist sicher, dass sich gesellschaftliche Werte- und Ordnungsvorstellungen ändern. Das christliche Familienverständnis erodiert, die Individualiät nimmt zu. Auch die neuen Möglichkeiten der Kommunikationstechnik mögen eine Rolle spielen, denn soziale Bindungen lassen sich heute über Email und Web2.0 leichter als jemals zuvor über familiäre Strukturen hinaus aufbauen und pflegen. Der Hauptgrund für die Vereinzelung ist aber, dass die Familie in wirtschaftlicher Hinsicht eine immer kleinere Rolle spielt. Einerseits ermöglicht das allgemeine Wohlstandsniveau heute ein Singeldasein von Millionen von Menschen. Früher mußten Ressourcen wie Wohnraum, Heizenergie und Hausrat in strärkerem Maße gemeinsam und damit intensiver benutzt werden. Andererseits verspricht der Wohlfahrtsstaat eine Sicherheit und Geborgenheit, die früher nur die Familie bieten konnte. Ökonomisch betrachtet fand in den letzten Jahrzehnten ein "crowding out" familiärer Solidarität durch Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung statt.
Nun mag man die neue Sicherheit begrüßen. Diese neue Sicherheit verspricht Unabhängigkeit von familiären Autoritäten und Verpflichtungen. Außerdem ist das Maß an Sicherheit im Wohlfahrtsstaat "gerechter", zumindest gleicher verteilt. Fürsorge ist im Wohlfahrtsstaat nicht mehr davon abhängig, wie leistungsfähig und hilfsbereit die eigenen Verwandten sind. Auch entbindet der Wohlfahrtsstaat den Einzelnen von der anstrengende Pflicht der Kinderaufzucht, wenn man im Alter und bei Krankheit Fürsorge erwartet. Doch die Geborgenheit des Wohlfahrtsstaates ist trügerisch! Abhängigkeiten innerhalb von Familien werden nur abgelöst durch eine Autorität des Staates. Jeder Harz-IV-Empfänger kann das bestätigen. Und weder Seniorenheime noch Krankenkassen sind für ihre menschliche Wärme und Nähe bekannt. Außerdem ist eine gleichverteilte soziale Fürsorge nur so lange etwas wert, wie der Umverteiler liquide ist. Angesichts der weiter fortschreitenden Staatsverschuldung geht diese Liquidität aber immer weiter zurück und vielleicht irgendwann gegen Null. Die Entkopplung von Fürsorgeanspruch von der eigenen Reproduktivität schließlich setzt, wiederum ökonomisch gesprochen, fatale Anreize. Bei etwas über 1,3 Geburten pro Frau in Deutschland schwindet in wenigen Jahrzehnten jede Basis für solidarisches Verhalten des Staates dahin.
Der Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft führt nur über die Stärkung der Familien. Weder der Ausbau des Wohlfahrtsstaates noch die Förderung der Berufstätigkeit von Frauen können hierzu einen Beitrag leisten.Wohl aber eine Beschäftigung mit den Hinweisen der Bibel für ein Familienleben nach Gottes Plan.
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