Die EZB hat angekündigt, den Banken in den nächsten drei Jahren zu minimalen Zinsen Geld zu leihen. Vorausgesetzt, die Banken nehmen dieses Angebot trotz aller Unsicherheiten in Anspruch, läuft das auf eine Ausweitung der Geldmenge und damit auf eine Beschleunigung der Inflation hinaus.
Die Geldmengenausweitung ist bereits in vollem Gange. Seit Beginn der Krise steht
die EZB immer häufiger der Politik zur Seite. Und laut dem neuen
Bericht
"Weltkonjunktur im Winter 2011" des Instituts für Weltwirtschaft in
Kiel (IfW) erwirbt sie seit Mai 2010 im Rahmen des "Programms für die
Wertpapiermärkte" Staatsanleihen ausgewählter Länder des Euroraums.
Dadurch stellt sie dem Markt Geld zur Verfügung, was die Inflation nach
oben
treibt. Die EZB beruhigt zwar durch die Information, dass sie diese
Ankäufe
"sterilisiert", in dem sie dem Markt gleichzeitig Geld über
Termingeschäfte entzieht. Dadurch soll, so die Verheißung, die Geldmenge
(M3) gleichbleiben, die
Inflation sich also nicht erhöhen.
Natürlich
funktioniert dieses
Vorgehen nur, wenn die EZB dem Markt mehr Geld über die Termingeschäfte
entzieht als sie ihm durch Anleihenkäufe zur Verfügung stellt. Das
klappte bisher auch ganz gut. Aber seit Anfang
Dezember ist das nicht mehr der Fall. Die Banken sind skeptisch und
horten das Geld lieber. In der ersten Dezemberwoche sank also die
Geldmenge nicht mehr, sie wuchs vielmehr um
9,3 Mrd. Euro. Von "Sterilisierung" also keine Spur. Damit begibt sich
die EZB auf das Gebiet des "quantitative
easing", sie finanziert Staaten über die Notenpresse. Damit ist sie
ihren Prinzipien untreu und betreibt eine nicht nachhaltige Geldpolitik.
Das
IfW weist außerdem auf ein weiteres Problem bei diesem Tauschgeschäft
hin:
Selbst wenn die Geldmenge gleicht bleiben würde, erhöht die EZB ihr
durch den ständigen Ankauf der Schrottanleihen ihr Bilanzrisiko.
Auch
die Bundesbank weist in ihrem
aktuellen Monatsbericht darauf hin, dass die Geldmenge seit Jahresmitte
immer
schneller wächst. Derzeit sei der Höchststand des Inflationsrisikos seit
Beginn
der Finanzkrise erreicht. Eine Inflationspolitik hat nicht nur
unangenehme
Verteilungseffekte. Eine solche Politik weitet tendenziell die
Staatsmacht aus, sie verunsichert die Marktteilnehmer und benachteiligt
die Bürger, die diszipliniert und fleißig wirtschaften. Am
gravierendsten aber sind die negativen Auswirkungen auf die
Wirtschaftsstruktur: Investitionen fließen in unproduktive
Wirtschaftsbereiche,
und damit wird der nächste Crash wird vorprogrammiert. Genau auf dieses
Weise kam es zur
derzeitigen Finanz- und Schuldenkrise. Die EZB muß ihren
währungspoltischen Prinzipien treu bleiben,
um ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in Europa zu ermöglichen.
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