Mittwoch, 21. Dezember 2011

EZB-Druckerpresse: Bahn frei für den nächstem Crash

Seit Beginn der Krise steht die EZB immer häufiger der Politik zur Seite. Derzeit sei der Höchststand des Inflationsrisikos seit Beginn der Finanzkrise erreicht.



Die EZB hat angekündigt, den Banken in den nächsten drei Jahren zu minimalen Zinsen Geld zu leihen. Vorausgesetzt, die Banken nehmen dieses Angebot trotz aller Unsicherheiten in Anspruch, läuft das auf eine Ausweitung der Geldmenge und damit auf eine Beschleunigung der Inflation hinaus.

Die Geldmengenausweitung ist bereits in vollem Gange. Seit Beginn der Krise steht die EZB immer häufiger der Politik zur Seite. Und laut dem neuen Bericht "Weltkonjunktur im Winter 2011" des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) erwirbt sie seit Mai 2010 im Rahmen des "Programms für die Wertpapiermärkte" Staatsanleihen ausgewählter Länder des Euroraums. Dadurch stellt sie dem Markt Geld zur Verfügung, was die Inflation nach oben treibt. Die EZB beruhigt zwar durch die Information, dass sie diese Ankäufe "sterilisiert", in dem sie dem Markt gleichzeitig Geld über Termingeschäfte entzieht. Dadurch soll, so die Verheißung, die Geldmenge (M3) gleichbleiben, die Inflation sich also nicht erhöhen.

Natürlich funktioniert dieses Vorgehen nur, wenn die EZB dem Markt mehr Geld über die Termingeschäfte entzieht als sie ihm durch Anleihenkäufe zur Verfügung stellt. Das klappte bisher auch ganz gut. Aber seit Anfang Dezember ist das nicht mehr der Fall. Die Banken sind skeptisch und horten das Geld lieber. In der ersten Dezemberwoche sank also die Geldmenge nicht mehr, sie wuchs vielmehr um 9,3 Mrd. Euro. Von "Sterilisierung" also keine Spur. Damit begibt sich die EZB auf das Gebiet des "quantitative easing", sie finanziert Staaten über die Notenpresse. Damit ist sie ihren Prinzipien untreu und betreibt eine nicht nachhaltige Geldpolitik. Das IfW weist außerdem auf ein weiteres Problem bei diesem Tauschgeschäft hin: Selbst wenn die Geldmenge gleicht bleiben würde, erhöht die EZB ihr durch den ständigen Ankauf der Schrottanleihen ihr Bilanzrisiko.

Auch die Bundesbank weist in ihrem aktuellen Monatsbericht darauf hin, dass die Geldmenge seit Jahresmitte immer schneller wächst. Derzeit sei der Höchststand des Inflationsrisikos seit Beginn der Finanzkrise erreicht. Eine Inflationspolitik hat nicht nur unangenehme Verteilungseffekte. Eine solche Politik weitet tendenziell die Staatsmacht aus, sie verunsichert die Marktteilnehmer und benachteiligt die Bürger, die diszipliniert und fleißig wirtschaften. Am gravierendsten aber sind die negativen Auswirkungen auf die Wirtschaftsstruktur: Investitionen fließen in unproduktive Wirtschaftsbereiche, und damit wird der nächste Crash wird vorprogrammiert. Genau auf dieses Weise kam es zur derzeitigen Finanz- und Schuldenkrise. Die EZB muß ihren währungspoltischen Prinzipien treu bleiben, um ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in Europa zu ermöglichen.

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