Terror ist der größte Feind der Freiheit. Der Liberalismus ist die Friedensordnung für die Globalisierung. Freiheit muß verteidigt, aber auch beworben werden, auch daran soll uns der 11. September erinnern.
Terror ist der größte Feind der Freiheit
Der 11. September 2011 war nicht nur ein schrecklicher und einschneidender Tag für die Opfer und deren Angehörigen in New York. Er war ein Schock für die westliche Welt. Und in mancherlei Hinsicht war der 11. September auch ein schlechter Tag für den Liberalismus. Es war erstaunlich, vielleicht auch erschreckend, wie schnell weltweite Gesetze zur Terror-Bekämpfung verabschiedet wurden. Liberale konnten beobachten, wie die Angst dem Willen zur Freiheit einen Dämpfer versetzt hatte. Die größte Bedrohung der Freiheit waren plötzlich nicht mehr etwa Sozialismus oder Nationalismus, sondern der Terrorismus. Leider wurden viele Einschränkungen der Freiheit bis heute nicht zurückgenommen und man kann vermuten, dass der 11. September das gesamte Koordinatensystem unseres Verständnisses von bürgerlicher Freiheit ein Stück in Richtung staatlich verordneter Sicherheit verschoben hat.
Der Liberalismus ist die Friedensordnung für die Globalisierung
Dabei sollte uns der 11. September gerade zeigen, wie sehr die Welt den Liberalismus in Zeiten der Globalisierung nötig hat. Es gibt keinen anderen Entwurf einer politischen Ordnung, der auch nur annähernd dazu in der Lage wäre, der Weltbevölkerung in ihrer jetzigen Verfassung mehr Frieden und Wohlstand zu bieten als der Liberalismus. Sicher, der Liberalismus ist eine Errungenschaft des christlichen Abendlands und mit diesem stärker verbunden als mit anderen Kulturen und Erdteilen. Der Zorn der Attentäter richtete sich somit nicht nur gegen unsere wirtschaftliche und politische Ordnung, sondern auch gegen den christlichen Glauben. Aber eine liberal geordnete Gesellschaft ist ausdrücklich nicht davon abhängig, dass alle Einwohner eines Landes die gleichen Lebensziele oder den gleichen Glauben haben. Und dennoch bleibt eine liberale Ordnung aus christlicher Sicht legitim, so stellte schon der Liberale John Locke fest: "Denn niemand kann, selbst wenn er wollte, seinen Glauben dem Diktate anderer anpassen. ... Ja, Gott selbst wird die Menschen nicht gegen ihren Willen selig machen." Der Liberalismus verordnet und begünstigt nicht etwa Un-, Aber- oder Andersglauben. Er findet sich aber mit der Realität ab, dass die Überzeugungen der Menschen vielfältig sind. Gerade dadurch qualifiziert er sich als eine mögliche Friedensordnung für eine globalisierte Welt. In einer solchen Welt wird dieser Frieden besonders durch die Arbeitsteilung gewährleistet. Zusammenarbeit und Handel können Menschen über Grenzen und Kulturen hinweg verbinden. Der Vertreter der Österreichischen Schule der Wirtschaftspolitik Ludwig von Mises betrachtete den Liberalismus in besonderer Weise als Friedensordnung: "Die höhere Produktivität der arbeitsteilig verrichteten Arbeit ist es, die die Menschen dazu bringt, einander nicht mehr als Konkurrenten im Kampfe ums Dasein anzusehen, sondern als Genossen zur gemeinschaftlichen Förderung ihrer Wohlfahrt. Sie macht aus Feinden Freunde, aus Krieg Frieden, aus den Individuen die Gesellschaft." Frieden, Produktivität und der resultierende Wohlstand sind Güter, die alle Menschen, unabhängig vom Glauben zugute kommen. Und diese Güter sind es, die die liberale Gesellschaft zu einer karitativen Ordnung machen, ohne sich explizit an das christliche Gebot der Nächstenliebe binden zu müssen.
Freiheit muß verteidigt, aber auch beworben werden
Natürlich werden Menschen nicht dadurch frei, dass sie vom Liberalismus überzeugt sind. Es braucht Sanktionsmechanismen. Und eine freie Gesellschaft muß sich verteidigen können. In einer globalisierten Welt auch gegen Freiheitsfeinde, die weit entfernt sind. Und sie muß sich auch wirkmächtig gegen Feinde von innen verteidigen können. Die Anschläge von London und Madrid, die U-Bahn-Bomber, die Sauerlandgruppe und die jüngst in Berlin festgenommenen Terroristen sind traurige Beweise dafür. Aber das politische Ziel muß darin bestehen, die Welt so zu organisieren, dass Frieden und Freiheit möglich sind. Der Liberalismus, die Möglichkeit für jeden Einzelnen, in Freiheit zu leben, ist das Mittel dazu. Es geht darum, diese Freiheit zu gewährleisten. Die große politische Aufgabe besteht deshalb darin, die Menschen davon zu überzeugen, dass für Jedermann ein Leben in Freiheit möglich ist. Die Freiheitskämpfe in der arabischen Welt dieser Tage zeigen, dass der Kampf um die Herzen und Köpfe der entscheidende Kampf ist. Doch dieser Kampf wird nicht mit Nacktscannern und nicht mit Bundestrojanern gewonnen. Der 11. September muß ein Mahnmal in unseren Köpfen sein, für die Freiheit zu werben. Eine Politik, die dauerhaft darauf abstellt, die Freiheit einzuschränken, macht den Menschen keinen Mut zu mehr Freiheit, sie macht Angst. Aber vor allem wird sie die Herausforderungen der Globalisierung nicht bewältigen können.
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