Diskussion zum Zwangs-"Du" bei XING: Bei LinkedIn technisch möglich |
Und nun endlich kommt XING mit einer Innovation um die Ecke - und dann sowas.
Keine dringend notwendige Innovation im technischen Bereich. Keine neue Funktionalität. Nein, auch kein neues Feature, das ausnahmsweise mal wirklich nutzbar wäre. Eine Innovation im sozialen Bereich. In einem Netzwerk von Menschen, die - ob Vertriebler, Interessenvertreter, Personaler - Profis im Sozialen sind: Tataaa, XING Duzt mich jetzt, und zwar ungefragt. Mit den großen, eigenen Geschäftskunden bleibt die XING GmbH & Co. KG allerdings auf Sie (hier). Obwohl in kurzer Zeit über tausende negative Reaktionen bei XING einliefen, legte die Geschäftsführung sogar nach und bekräftigte ihre Entschlossenheit, die Zukunft von Geschäftswelt und Gesellschaft vorwegzunehmen und alle Nutzer fürderhin zu duzen.
Für mich liegt XING mit dem Schritt fatal daneben. Um mir ungebetene Dus abzuholen, gehe ich zu IKEA, zum Kindergeburtstag oder Kaffe trinken in Berlin Friedrichshain. Beruflich werde ich nach wie vor gerne vorher gefragt. Heute und in Zukunft. Gewünscht hätte ich mir Leistung, technische und kommunikative Innovation, mehr Nutzen im Alltag - und keine Infantilisierung des persönlichen Umgangs. Anders gesagt, Innovation statt Impertinenz, Leistungsorientierung statt ideologischer Zwangsbeglückung. Genau das, was auch in der Geschäftswelt und im politischen Umfeld zu Recht guter Stil ist.