Donnerstag, 26. November 2015

Bismarck und Wilhelm I. über Glauben, Sünde und Jesus

Bismarck und Wilhelm I.
Otto von Bismarck im Gespräch mit dem späteren Kaiser Wilhelm I. 1853:

Bismarck: ›Was denken Ew. K.H. sich unter einem Pietisten?‹ 

König: ›Einen Menschen, der in der Religion heuchelt, um Karriere zu machen.‹

Bismarck: ›… Im heutigen Sprachgebrauch versteht man unter einem Pietisten etwas andres, nämlich einen Menschen, der orthodox an die christliche Offenbarung glaubt und aus seinem Glauben kein Geheimnis macht, und deren gibt es viele, die mit dem Staate gar nichts zu tun haben und an Karriere nicht denken.‹ 

König: ›Was verstehn Sie unter orthodox?‹ 

Bismarck: ›Beispielsweise jemanden, der ernstlich daran glaubt, daß Jesus Gottes Sohn und für uns gestorben ist als ein Opfer, zur Vergebung unsrer Sünden. …‹ 


König, hoch errötend: ›Wer ist denn so von Gott verlassen, daß er das nicht glaubt!‹ 


Bismarck: ›Wenn diese Äußerung öffentlich bekannt würde, so würden Ew. K.H. selbst zu den Pietisten gezählt werden.‹


(aus: Otto von Bismarck, Gedanken und Erinnerungen. Reden und Briefe, mit einer Einführung von Theodor Heuß, hg. von Reinhard Jaspert, zitiert nach: http://www.pfarrerverband.de/pfarrerblatt/index.php?a=show&id=3803 )

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