Sonntag, 7. März 2010

Privateigentum - Grundlage für Freiheit und Wohlstand

Am 4. März stellten die Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit (FNF) und das Institut für Unternehmerische Freiheit (iuf) in Berlin den International Property Rights Index (IPRI) für das Jahr 2010 vor.


In seiner nunmehr vierten Fassung bewertet und katalogisiert der Report den Schutz physischer und intellektueller Eigentumsrechte in 125 Ländern. Vorgestellt wurden die Ergebnisse von Kelsey Zahourek, Direktorin der Property Rights Alliance und Federal Affairs Manager der Steuerzahlerorganisation „Americans for Tax Reform“. Die Ergebnisse zeigen erneut den deutlichen Zusammenhang zwischen dem Schutz von Eigentumsrechten und wirtschaftlicher Prosperität in einem Land. Den besten Schutz des Privateigentums bieten neben skandinavischen Ländern die Schweiz, die Niederlande, Neuseeland und Singapur. Deutschland liegt weltweit auf Rang 12, wobei die Unabhängigkeit deutscher Gerichte besonders gut bewertet wurde. Auf den letzten Plätzen finden sich Länder wie Libyen, Bolivien oder Venezuela.


Wolfram Schrettl, Ökonomieprofessor der FU Berlin, ging in seinem anschließenden Vortrag kritisch auf verschiedene Aspekte des IPRI ein. Nachvollziehbar waren Teile seiner Kritik an der Methode der Messung des Schutzes von Eigentumsrechten. So basiert der Index, ebenso wie vergleichbare andere Erhebungen, auf „weichen Indikatoren“ wie etwa Umfrageergebnissen. Weniger überzeugend war sein Einwand, China wäre trotz seines relativ schlechten Rankings auf Platz 64 wirtschaftlich sehr erfolgreich. Der Schutz von Eigentumsrechten sei demnach doch kein entscheidender Faktor. Hier muß entgegengehalten werden, daß sich der wirtschaftliche Erfolg Chinas relativiert, wenn nicht nur die Wachstumsraten der letzten Jahre, sondern auch das pro-Kopf-Einkommen betrachtet wird. Außerdem ist wirtschaftliches Wachstum über einige Jahre hinweg kein Beleg für eine nachhaltig wachstumsfähige, und das heißt, für eine innovationsfähige Wirtschaft. Eine solche Wirtschaft kommt langfristig nicht ohne Privateigentum und Wettbewerb aus.

Letztlich kann kein Zweifel daran bestehen: der Schutz von  Privateigentum ist nicht nur Grundbedingung einer freiheitlichen Gesellschaft. Er ist auch Bedingung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Diesen Zusammenhang zeigte Hernando de Soto, der gewissermaßen Schirmherr des IPRI-Projektes ist, insbesondere für Entwicklungs- und Schwellenländer auf.

„Das wirksamste Mittel gegen Gewalt und Armut liegt darin, Eigentum und Arbeit jener Personen zu schützen, die heute immer noch von der Formalität ausgeschlossen werden.“ (Hernando de Soto)

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 07.03.10 auf www.freiewelt.net.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen